Exkursion

anuga2011 – Neuigkeiten

Zu jeder anuga findet auch eine Ausstellungen zu Neuigkeiten aus der Branche statt. Dieses Jahr war es die „taste11“. Ich habe mir die Produkte angesehen, zu dem gab es auch ein Heft, in dem diese nochmals detailliert aufgelistet waren. Hier möchte ich kurz auf einige eingehen. (Anmerkung: In Anführungszeichen die Produktbeschreibungen aus dem taste11-Heft)

hackplus (Vion N.V.)

„Immer mehr Menschen achten auf eine ausgewogene Ernährung, wollen dabei aber nicht auf Fleisch verzichten. Für alle Ernährungsbewussten gibt es jetzt hackplus: Die Hackfleisch-Alternative mit dem Plus an wertvollem pflanzlichen Eiweiß und 30% weniger Fett und Cholesterin. hackplus verbindet die positiven Eigenschaften von tierischem und pflanzlichem Eiweiß bei gleicher Zubereitung wie traditionelles Hackfleisch und bestem Geschmack“
Meinung: Für Menschen, die sich nicht wirklich mit gesunder Ernährung auseinandersetzen möchten, sicher ein gutes Produkt. Geschmacklich ist es wirklich wie normales Hackfleisch, wie ich beim Showkochen testen durfte. Für Allergiker ist es allerdings weniger gut, da Weizeneiweiß der Proteingeber ist. Jedoch stellen Menschen mit Weizenunverträglichkeit immer noch eine Minderheit bei den Verbrauchern dar, daher ist dieses Detail zu vernachlässigen.

Spuma di Latte/Milchschaum (Gustosia per Dessert)

„Ideales Pulverprodukt zur Herstellung von Milchschaum, der mit einem Sahnebereiter oder einem Rührgerät zubereitet wird. Dieses einfache, vordosierte Pulverprodukt verwendet man unter Hinzufügen von Milch und ist geradezu ideal zur Dekoration von Desserts, frischem Obst, warmen Getränken (Kaffee, Cappuccino) als Ersatz von Schlagsahne. Es ist glutenfrei und hat einen reduzierten Fettgehalt, da die Milch die Hauptzutat ist; aus diesem Grund schmilzt es beim Kontakt mit Lebensmitteln und warmen Getränken nicht“
Meinung: Zu diesem Produkt würden mich die Inhaltsstoffe wirklich interessieren, ich denke dass es sich hauptsächlich um einen Stabilisator handelt, wie z.B. Johannisbrotkernmehl, vermischt mit Mais/Reis/Kartoffelstärke. Milchpulver wäre durch die Verwendung von Milch als Flüssigkeit ja relativ sinnlos. Fällt vermutlich in eine ähnliche Kategorie wie „Mousse au Chocolat“, das mit Wasser angerührt wird, perfekt für Kantinen und Großküchen.

Bio Lemon (Polenghi)

„Polenghi hat ein patentiertes, einzigartiges 100% bio-Produkt kreiert. Es besteht aus biologischem Zitronensaft aus besten sizilianischen Zitronen. Die eigentliche Innovation ist jedoch die Flasche, die komplett biologisch abbaubar und kompostierbar ist. Die Produktion dieser neuen Flasche ermöglicht es, beachtliche Mengen Erdöl zu sparen und den CO2-Ausstoß zu verringern.“
Meinung: Wunderbar! Endlich ein Schritt in die richtige Richtung in Sachen Verpackungstechnik. Kompostierbare Plastikfolie gibt es ja schon länger, bei Plastikumverpackungen/Plastikflaschen wird allerdings immer noch viel zu häufig zu Erdöl gegriffen, obwohl Alternativtechnologien verfügbar sind. Zitronensaft aus der Flasche verwende ich immer dann, wenn ich wirklich nur einen TL benötige, da fände ich es zu schade, eine frische Zitrone anzuschneiden.

Kürbiskernpresskuchenmehl (F.URL & Co. Gesellschaft)

„Bei der Herstellung von Kürbiskernöl entsteht ein Abfallprodukt: Kürbiskernpresskuchen sind feingemahlene Kürbiskerne, die durch vorherige Ölgewinnung geröstet und entfettet wurden. In Zusammenarbeit mit einer Bäckerei stellte sich heraus, dass sich KKPKM auf Grund seines geringen Fettanteils und seines nussig-röstigen Geschmacks hervorragend als Backzutat eignet. Zudem besitzt es einen überdurchschnittlich hohen Anteil an natürlichen Ballaststoffen.“
Meinung: Und ich habe mich immer gefragt, warum das Presskuchenmehl (übrigens im Englischen viel schöner als „pumpkin seed meal“ bezeichnet) an Tiere verfüttert wird und nicht als Nahrungsmittel weiterverarbeitet wird. Ich kann mir das Mehl nämlich wunderbar in Kombination mit würzigem Käse als Cracker verbacken vorstellen.. Oder in kleinen Mengen in Nudelteigen.. Oder als Ballaststoffzugabe im Gemüsesmoothie…

Crema di Lardo (Hink GmbH)

„Feiner Lardo-Speck von pannonischem Mngalitza Schwein der österreichischen Traditions-Manufaktur Thum  zu einer aromatisch-feinen Creme verarbeitet, mit Rosmarin und Bourbon-Vanille verfeinert.“
Meinung: Eine gute Alternative, wenn Griebenschmalz zu gewöhnlich ist und man sich an Leberpaté sattgesehengegessen hat. Auf keinen Fall etwas für Menschen, die auf die Linie achten. :)

 

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

MinusL hat ihre laktosefreie Produktpalette erweitert, so gibt es jetzt nicht nur die üblichen Milchprodukte, sondern auch Fertiggerichte, Vollmilchschokolade und Kekse mit Vollmilchschokolade (Zusammenarbeit mit Confiserie Riegelein), Instant-Chococappuccino sowie Feinkost (Salate, Fisch, gefüllte Oliven und Paprika).

Grundsätzlich ist auf der anuga (wie auch anderswo) eine grundsätzliche Spaltung der Industrie zu bemerken: Die einen zieht es Richtung Convenience und Functional Food (deren Mantra immer noch „der Verbraucher will das so!“ zu sein scheint), die anderen springen auf den „Bio/Öko/Organic“-Hype auf. Ich selbst bin immer sehr unsicher, wenn eine Firma, die ein Produkt X konventionell produziert, plötzlich auch eines auf den Markt bringt, auf dem ein EG-Bio-Siegel prangt. Aber solche „Glaubensfragen“ muss jeder für sich selbst beantworten. :)